Kita Lee Boulevard verabschiedet das Lutherjahr mit einem festlichen Gottesdienst

Wir schreiben 1518. Ein Jahr, nachdem Martin Luther seine 95 Thesen per Brief an die Kirchenoberhäupter geschickt hatte. Es ist Weihnachten. Die Stube einer typischen Familie ist von einigen wenigen Kerzen erleuchtet. Der Tisch ist mit Tannenzweigen, Nüssen, kleineren Dekorationsgegenständen aus Holz gedeckt. Statt eines Weihnachtsbaums befinden sich ein paar Barbarazweige in einem einfachen Tonkrug. Vater, Mutter, die Großeltern, Tanten und Onkels, sowie Kinder sitzen zu Tisch. Ausnahmsweise gibt es Fleisch. Es wird gesungen, geplaudert. Die Kinder dürfen jedoch nur etwas sagen, wenn es ihnen erlaubt wird. Es ist ein besinnlicher Abend, eine schöne Zeit. Trotz aller Einfachheit. Kein Vergleich zu den üppigen Festen, mit allerlei Leckereien und vielen Geschenken, die wir heutzutage an Weihnachten veranstalten.

 

 

All dies war am Freitag (24.11.) Thema in der Bad Nauheimer Wilhelmskirche. Im festlich dekorierten Saal der Kirche veranstaltete die Kita Lee Boulevard ein Abschiedsfest. Über ein Jahr befassten sich die Kinder mit der Reformation, mit Martin Luther und der Zeit, in der er lebte. Bis zu jenem Freitag. Was die Kinder alles gelernt haben, zeigten sie und die Erzieherinnen den stolzen Eltern, die zahlreich erschienen waren. Es wurde gesungen, u.a. das Lied „Vom Himmel hoch", welches Martin Luther selbst komponierte. Anhand von Bildern führten sie vor, wie zu Luthers Zeiten und heute Weihnachten gefeiert wurde. Zusätzlich befanden sich zwei Tische auf der Bühne. Einer gedeckt wie damals, der andere unserer Epoche nachempfunden.

 

Ein Weihnachtstisch - damals...

 

...und heute.

 

Pfarrerin Susanne Pieper führte durch die atmosphärische Veranstaltung, hielt einen Gottesdienst, sang gemeinsam mit den Kindern und betete. Natürlich gab es auch etwas für Leib und Seele. Jedoch nur, was auch Luther kannte - den Glühwein mal außen vorgelassen. Besonders gut kamen die selbst gemachten Quark-Öl-Teig-Brötchen an. Kein Wunder, auch zu Luthers Zeiten wusste man, was schmeckt.