Partizipation | Die Gruppe als Erfahrungs- & Lernfeld

In der Gruppe als Erfahrungs- und Lernfeld bilden sich Kinder durch Aneignung, Erfahrenes und Erlebtes. Die Kinder verschiedenen Alters sind sich gegenseitige Ideengeber. Sie sichern ihr Erlerntes durch Wiederholungen, werden bestärkt durch Bewunderung und ihr Selbstvertrauen wächst im Erleben der eigenen Fähigkeiten. Wenn ein Kind Respekt für seine Eigenart, seine Stärken und Schwächen beanspruchen darf – diesen erlebt und spürt – dann ist es auch bereit, Respekt für andere zu zeigen. Erst wenn ich mich selbst kenne, kann ich das Andere ohne Verunsicherung wahrnehmen.
 
Unser Ziel ist es daher, unsere Kinder für ein gesundes Bild von sich selbst zu sensibilisieren und gleichzeitig darauf aufmerksam zu machen, dass es auch Unterschiede zu den Anderen gibt. So erleben sie ganz natürlich, dass jedes Kind etwas Besonderes ist und unterschiedliche Fähigkeiten, Vorlieben, Angewohnheiten und Interessen besitzt.
 

Altersgleiche Gruppen:

Die altersgleichen Kinder aus den vier verschiedenen Kindergartengruppen finden sich dreimal in der Woche (Di, Mi, Do) von 11.00 Uhr bis 12.30 Uhr zusammen. In dieser Zeit arbeiten sie altersentsprechend am Kita-Projekt. Ein gemeinsam geplantes Projekt/Thema kann eine andere inhaltliche Wendung erfahren. Diese Art von offener Arbeit bedeutet nicht Beliebigkeit in der Entscheidung, sondern viel mehr prozessorientierte Arbeit unter Beteiligung der Kinder. Das setzt eine aufmerksame, interessierte und forschende Haltung von Erzieherinnen und Erziehern voraus.
 
Zu allen Themen und Projekten wird entdeckt, entwickelt, erobert, erforscht und ausprobiert. Da wir allen Kindern in ihrer Entwicklung und ihrem eigenen Tempo gerecht werden wollen, wird jedes Kind in seinem Selbstwertgefühl gestärkt. Ihm wird vermittelt für die Gruppe bzw. Gemeinschaft wichtig zu sein. Es wird ihm ermöglicht, sich in seinem eigenen Tempo und nach seinen Interessen einzubringen.

 

Partizipation in unserer Einrichtung:
Partizipation bezeichnet grundsätzlich verschiedene Formen von Beteiligung, Teilhabe bzw. Mitbestimmung in unserem Kindergartenalltag. Das setzt voraus, dass unsere Erzieherinnen eine positive Grundhaltung leben und Kinder als Gesprächspartner wahrnehmen bzw. ernst nehmen. Wir sehen Kinder als kompetente kleine Menschen, ohne dass die Grenzen zwischen Erwachsenen und Kindern verwischen. Uns ist es ein Anliegen, die Beteiligung der Kinder immer im Blick zu haben, angemessen und ihrer Reife entsprechend zu reagieren, ihnen Achtung, Wertschätzung und Respekt entgegenzubringen. Partizipation ist in der Kita ein wesentlicher Bestandteil zwischen Kindern, Eltern und Erzieherinnen. Sprich, sie findet im Alltag statt.
 
Partizipation der Kinder:
Die Partizipation der Kinder zeigt sich in unserer Einrichtung in vielfältiger Hinsicht: Kinder leiten z.B. einmal in der Woche den Dienstagstreff (Kinderkonferenz). Sie können für dieses Treffen Wünsche, Vorhaben und Kritik aufmalen, oder mit Hilfe der Erzieherin oder Eltern aufschreiben, und diese in den dafür vorgesehenen Briefkasten werfen. Dies wird dann in der Kinderkonferenz mit allen Kindern besprochen und diskutiert. Diese Kinderrunde ist ein wichtiger Teil, um Demokratie selbst zu erfahren. Dazu gehört auch, dass Kinder lernen zuzuhören, andere ausreden zu lassen und andere Meinungen zu akzeptieren.
 
Mit verschiedenen Möglichkeiten in Bücherei oder Garten – als Hüttchenchef oder Gartenzwerg - können sie Verantwortung übernehmen. Für zukünftige Projekte werden die Kinder befragt. Es werden durch gemeinsame Abstimmungsverfahren demokratische Entscheidungen gefällt

Der Morgenkreis wird von den Kindern geleitet und gibt ihnen auch hier die Möglichkeit, sich einzubringen, mitzugestalten und eigene Themen anzusprechen.

Kinder entscheiden selbst:
  • ob sie schlafen möchten oder nicht
  • alle Spiele und Materialien sind durch die Raumgestaltung für die Kinder frei zugänglich
  • Spiel-/Lernecken werden mit Beteiligung der Kinder immer wieder verändert und für Kinder ansprechend gestaltet und den Projekten angepasst
  • mit wem sie beim Frühstück in der Cafeteria frühstücken, was und wie viel sie essen

Die Kinder der verschiedenen Alterstufen treffen sich dreimal in der Woche. Ideen und Vorhaben werden gemeinsam ausgehandelt, geplant und auf Umsetzbarkeit überprüft. Jedes Kind kann gemäß seinem Entwicklungsstand etwas dazu beitragen. So sind die Kinder an den sie betreffenden Entscheidungen möglichst weitgehend beteiligt.
 
Im alltäglichen Miteinander unterstützen wir die Kinder sich eigener Gefühle, Wünsche, Meinungen und Bedürfnisse bewusst zu werden, sie auszudrücken, zu akzeptieren und sie auch in unangenehmen Situationen selbstbewusst zu vertreten.

Wir fordern Kinder auf ihre Gefühlszustände mit Worten zu benennen und sie anderen mitzuteilen. Das Kind lernt, dass Gefühle eine Auswirkung auf die Beziehung zu einem anderen Menschen haben. Wir kommen mit Kindern darüber ins Gespräch, dass jeder Mensch eigene Gedanken und Gefühle hat, die es gilt wertzuschätzen und anzuerkennen. Darunter fällt ebenfalls sich in die Situationen anderer einzufühlen und hilfsbereit zu sein. Wir geben Kindern angemessene Freiräume, in dem sie Verantwortung übernehmen und mit Regeln und Grenzen umgehen lernen. Wir unterstützen sie in ihrer Kontaktaufnahme zu anderen, fördern Freundschaften und Beziehungen untereinander, aber auch das Zugehörigkeitsgefühl zu ihrer Gruppe. Konfliktsituationen werden ausgehandelt und Kompromisse geschlossen, um Teamfähigkeit zu entwickeln. Positiv bewältigte Konflikte machen Kinder stark und bringen viele Lernerfahrungen hervor.

 

Partizipation in der Krippe:

Beteiligung ist von Klein auf möglich. Alter spielt für die Beteiligung keine Rolle, wohl aber für die Form der Beteiligung. Je jünger die Kinder sind, umso wichtiger ist es, zuerst einmal ihre Signale und ihre Körpersprache zu beobachten und zu verstehen. Dies bezieht sich zunächst und überwiegend auf den Eingewöhnungsprozess, die Essens-, Schlaf- und Spielsituationen und die Mitentscheidung im Kontext der Sauberkeitsentwicklung und Pflegesituation. Hier ist es von großer Bedeutung nicht gegen die Bedürfnisse der Kinder zu handeln.